Zum Pfingstausflug dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!

By tracktate

Über Pfingsten fahren viele Menschen „einfach mal weg“. Die Städte wirken, wie ich feststellte, teilweise wie leergefegt. Dieser Eindruck drängte sich mir am Pfingstsamstag zumindest auf, als ich am frühen Vormittag vor meinem Haus stand. So ganz allein in der großen Stadt ist nicht schön und so machte ich mich am frühen Morgen des Pfingstsonntags in Begleitung ebenfalls vom städtischen Acker. Das Ziel hieß Bad Langensalza. Die Bahn war pünktlich und entgegen aller für Kinder des Web 2.0. verfügbaren Medien hagelte es, stürmte es, regnete und gewitterte es NICHT.

Mit dem Fahrrad machten wir uns vom kleinen Kurstädtchen aus auf in den Hainich Nationalpark. Dieser wird als „mitteleuropäischer Urwald“ betitelt, und seit geraumer Zeit wird hier – frei nach Onkel Schiller – „der freien Natur“ gleichsam die Freiheit geschenkt. So richtig vorstellen konnte ich mir das vorher nicht, denn so ein Laubwald ist und bleibt ein Laubwald. Weit gefehlt. Bevor es aber in den Wald ging, machten wir einen ersten Abstecher zum Baumkronenpfad an den Toren zum Nationalpark.

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Ähnlich wie man das aus dem „richtigen“ Urwald kennt, kann man hier auf einem Holzsteg geradewegs durch die Baumkronen spazieren. Nun warten links und rechts auf das wachsame Auge aber weder wilde Tiere, urweltliche Geräusche oder gar dunkelgrüne Tropenflora, sondern meist Beschauliches wie Eberesche, Rotbuche und Lindenbaum. Mit viel Glück erspäht man einen Specht, den es hier, der idealen Bedingungen wegen, häufig anzutreffen gibt.

Bei schönem Wetter zum Pfingstsonntag konnte man aber vor allem Sonntagsausflügler in Scharen dabei beobachten, wie sie sich aneinander auf dem teils schmalen Holzpfad aneinander vorbeirieben. Ohne die vielen Menschen, in mitten der nur vom Winde dirigierten Baumkronen, vielleicht sogar im Herbst, wenn die Wipfel in abertausend Farben schillern und es 80% der Sonntagsausflügler zu windig auf dem zugigen Pfad ist, dann hat der Baumkronenpfad wohlmöglich einen Reiz, der mir so leider bei diesem Besuch verborgen bleiben musste.

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Vom Baumkronenpfad aus führte uns ein verschlungener Pfad durch einen sagen- und märchenhaften Zauberwald. Am Wegesrand waren immer wieder kleine Schautafeln zu entdecken, die Märchen und Sagen preisgaben oder auf Elfen aufmerksam machten. Mit viel Liebe hat die Parkverwaltung hier einen wirklich schönen „Märchenpfad“ erdacht, der einem die Schönheit eines mitteldeutschen Urwalds mit jedem Sonnenstrahl, der durch das dichte Blätterdach bricht, vor Augen führt. Man wähnt sich unter Zwergen, Waldgeistern, Elfen und Feen und ist verzaubert von dem einnehmenden Wesen dieses Stückchens „freier Natur“.

Am Tor zum Hainich war dann Schluss und wir verließen den Nationalpark – weiter ging es auf dem Drahtesel Richtung Unterkunft – ein “schnuckliges“ kleines Schloß, das von der Inhaberin mit viel Liebe zum Detail renoviert worden ist. Nach einem leckeren Frühstück am nächsten Morgen ging es über Stöcke und Steine am Rande des Hainich entlang, bevor ein steiler „Panzerberg“ uns in die weite Flur Richtung Mühlhausen geleitete.

Auch dieses Stück zwischen Nationalpark und Mühlhausen ist durch Fahrradwege gut erschlossen und die malerischen kleinen Fachwerkdörfer tragen ihr Übriges dazu bei, sich in Erinnerung an die Begegnung mit den Geistern des Waldes, wenn man nur kurz die Augen schließt, im Mittelalter zu wähnen.

hainich_3Mühlhausen hat sich herausgeputzt. Stadtmauer, Altstadt und mehrere Kirchen unterstreichen die historische Bedeutung der Stadt. Ein malerisches kleines Städtchen. So lang war der Aufenthalt ja leider nicht, da uns die Bahn am frühen Abend wieder nach Leipzig transportieren sollte, aber es gibt wohl neben der Synagoge, der alten Wehranlage und der Müntzergedenkstätte so Einiges zu entdecken. Ein schöner Pfingstausflug.

Fazit: Der Hainich Nationalpark ist eine Reise wert. Wunderschöne Wanderwege und zumindest unberührt anmutende Waldlandschaft. Entertainmentprogramm mit Elfen und Feen und das Flair einer vergangenen Epoche.

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Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!

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Eine Antwort zu „Zum Pfingstausflug dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!“

  1. puvo sagt:

    Thüringen is something special – Ohne weitere Worte: http://www.youtube.com/watch?v=tTEJ1wKtQ0E
    ;)

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