Schwitzen gegen Schwermut oder der Versuch der Skizzierung einer spirituellen Erfahrung

12 Aug

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Wie erklaert man etwas plausibel, fuer das es im Deutschen nicht einmal eine schluessige Uebersetzung gibt? Diese Frage stelle ich mir, waehrend ich hier den Versuch unternehmen moechte, zu umreissen, was eine „Sweat Lodge“ ist. Die leichtfuessige deutsche Uebersetzung ist ‚Schwitzehuette‘. Vielleicht koennte man auch ‚Sauna‘ sagen. Aber beide Begriffe vermoegen nicht das auszudruecken, worum es sich tatsaechlich handelt. Schon der englische Begriff „Sweat Lodge“ scheitert ja bereits an der Bedeutungskonnotation des indianischen Begriffs. Demzufolge pflanzt sich die Schieflage der Uebersetzung fort. Sei’s drum. Mit Onkel Tom’s Huette, dem suesslichem Duft von Schweiss und nackigen Menschen, lediglich bedeckt von einem Handtuch mit dem Aufdruck einer Hotelkette, hat eine „Sweat Lodge“ weder im entferntesten noch auch nur ansatzweise zu tun.

Es ist gegen 16.30 Uhr als Rob und ich uns in seinen Pick-Up-Truck setzen, um uns auf den Weg zum Anwesen seines Onkels zu machen. Edmont, Roberts Vater, hat uns eine kleine Landkarte gezeichnet, die uns dabei helfen soll. Das ist gar nicht so einfach. Es gibt einige geteerte Hauptstrassen, die durch die Reservation fuehren. Von denen gehen dann hier und dort kleine Feldwege ab. Manchmal kann man die Haeuser schon von der Hauptstrasse aus sehen. Meistens aber schlaengeln sich die Feldwege ein ums andere Mal durch die Taeler, die von beiden Seiten durch saftig gruene Huegel flankiert werden. Es hat viel geregnet in den letzten Wochen. Vereinzelt kann man im Schatten kleiner Baumgruppen Kuehe oder Pferde ausmachen.

Das Anwesen von Roberts Onkel erreicht man ueber einen solchen Feldweg, der sich ca 1,5km abseits der Hauptstrasse durch die Huegel windet. Wir muessen anhalten um ein Gatter zu oeffnen. Zwei huefthohe schneeweisse Schaeferhunde begruessen uns freundlich. Durch das Wedeln ihrer buscheligen Schwaenze waeren sie imstande eine randvolle Tasse Kaffee vom Tisch zu fegen. Roberts Tante Janiz freut sich Robert wiederzusehen. Sie haben sich mehrere Jahre nicht gesehen. Sie fuehrt uns zu Roberts Onkel, der an einer Feuerstelle steht und mit einer Mistgabel in der Glut stochert. Im Feuer liegen ca. 20 ziegelsteingrosse Felsbrocken. Hinter uns beeilt sich die Sonne hinter dem Kamelberg zu versinken. Dieser Berg ist eines der Wahrzeichen von Rocky Boy, denn mit seinen zwei Hoeckern erinnert er an seine tierischen Namensgeber. Roberts Onkel zeigt uns die „Sweat Lodge“ die nur wenige Meter neben der Feuerstelle steht. Er hat sie in den letzten Tagen extra fuer die heute stattfindende Zeremonie gebaut.

Fuer ein „Sweat Lodge“ muessen zunaechst ca. 4-5cm dicke Weidenstaemme geschlagen werden. Weidenholz eignet sich besonders gut fuer den Bau von „Sweat Lodges“, da es sehr biegsam ist. Je nach Groesse der „Sweat Lodge“ werden 8-16 Weidenstaemme halbrund gebogen, um sie dann in der Mitte miteinander verbinden zu koennen. Auf der anderen Seite werden sie ein stueckweit in die Erde eingegraben, damit sie unter Spannung stehen und nicht wegspringen. Als naechstes muessen ca. 2cm dicke Weidenzweige als Querverstrebungen zwischen die Weidenstaemme gebunden werden. Sie sorgen fuer die notwendige Stabilitaet, um in einem dritten Schritt, die nun entstandenen Rechtecke mit duennen Weidenruten zu verknuepfen. So entsteht ein dichtes Geflecht, durch das nur noch wenig Licht faellt. Auf dieses Geflecht wurden frueher, als es noch Bueffel gab, Bueffelfelle ausgebreitet. In der ersten Schicht wurden sie zwischen den duennen Weidenruten verklemmt; in der zweiten und dritten Schicht lediglich darueber ausgebreitet. So entsteht ein nahezu geschlossener Raum. Der Bau von „Sweat Lodges“ ist in den letzten 200 Jahren aber modernisiert worden. Heutzutage werden ueber dem Weidenkorpus zunaechst mehrere Schichten dicker Decken verklemmt und ausgebreitet. Als aeusserste Schicht wird dann eine Plastikplane ueber das Weidenholz-Decken-Geruest geschlagen. Um die „Sweat Lodge“ aber nicht vollends abzudichten, wird am unteren Rand der Konstruktion ein kleiner Rand gelassen, um etwas Frischluftzufuhr zu ermoeglichen. Abschliessend wird im Zentrum der „Sweat Lodge“ eine 30cm tiefe Kuhle ausgehoben. In dieser werden dann waehrend der Zeremonie die heissen Steine gesammelt.

Roberts Onkel erklaert mir den Bau einer „Sweat Lodge“ in aller Ausfuehrlichkeit. Ich frage nach. Er antwortet ruhig. Mittlerweile sind auch eine weitere Tante, Phyllis, und Roberts Vater Edmont eingetroffen. Ausserdem hat sich Roberts Cousin, Choncey, zu uns gesellt. Insgesamt sind wir sechs Personen, die an der indianischen „Sweat Lodge“ teilnehmen. Wir ziehen unsere Sachen aus. Die Maenner sind lediglich in Shorts bekleidet. Phyllis laesst T-Shirt und kurze Hose an. Choncey geht etwa 10 Schritte hinueber zur Feuerstelle. Er fischt langsam sechs, der von der Hitze des Feuers dampfenden Lavagesteinsbrocken, aus dem Feuer und balanciert sie auf einer Mistgabel bedaechtigen Schrittes hinueber zur „Sweat Lodge“ und plaziert sie in der Kuhle in der Mitte. Nacheinander krabbelt einer nach dem anderen auf allen Vieren durch den halbmeterhohen Eingang ins dunkle Innere. Ich setze mich als Vorletzter rechts neben den Eingang. Noch ist der Eingang nicht verhangen und ich kann die anderen um mich herum sehen. Janiz verschliesst von aussen die „Sweat Lodge“. Augenblicklich wird es stockduster. Ich kann die Hand vor meinen Augen nicht mehr sehen. Ich hoere das blecherne Rascheln einer Keksdose. Daraufhin knistert es leise, wie als ob jemand Laub zwischen den Haenden zerreibt. Kleine Glutfunken steigen langsam von einem der Steine nach oben. Der suessliche Duft von „Sweet Grass“ erfuellt das Innere der „Sweat Lodge“. Jeder von uns wird von Roberts Onkel aufgefordert seine geoeffnete Hand ueber den aufsteigenden Dampf zu fuehren und den nebeligen Rauch ueber die Koerperstellen zu streichen, die einem Schmerzen bereiten. Ich ziehe meine Hand eilig gleich zweimal ueber den suessen Dampf und fuehre die Hand ueber meinen Kopf. Wenn mich etwas plagt, dann sind es immer wieder heftige Kopfschmerzen.

Es ist einige Augenblicke mucksmaeuschenstill in der finsteren Runde. Leise knistern die letzten Kruemmel „Sweet Grass“ auf den heissen Steinen. Roberts Onkel sitzt neben einem gusseisernen Eimer und taucht ein Bueschel Zweige in das Wasser im Eimer. Ich kann nichts sehen, hoere aber das Plaetschern der Zweige im Wasser. Darauf vernehme ich ein Surren. Er spritzt das Wasser von den Zweigen auf die gluehenden Steine. Es zischt laut. Unmittelbar steigt der bittere Wasserdampf im Inneren der „Sweat Lodge“ nach oben. Ein Hitzeschwall erreicht meinen Kopf und legt sich dann zuegig ueber meinen ganzen Koerper. Die ersten Schweissperlen steigen mir auf die Stirn. Roberts Onkel beginnt nun zu beten. Er ruft den Schoepfer an die folgenden Gebete zu erhoeren. Er benutzt abwechselnd die Begriffe „Lord“ (dt.: Gebieter oder Allvater), „Creator“ (dt.: Schoepfer) oder „God“ (dt.: Gott). Ich bin ueberrascht. Mein deutschsprachiger Verstand laesst die Alarmglocken klingeln. Auf den Zusammenhang zwischen Kultur und Sprache reagiere ich mittlerweile, nicht zuletzt durch das angestrebte Promotionsvorhaben, sehr sensibel. Wieso Gott? Meint er den christlichen Gott? Bin ich in eine indianische Zeremonie geraten vor der die christliche Missionierung der vergangen Jahrhunderte ebenfalls nicht Halt gemacht hat? Ich versuche mich nicht von diesen Fragen umtreiben zu lassen, sondern lausche den Worten von Roberts Onkel. Mit jedem Gebet und jedem darauffolgendem Aufguss wird es heisser. Nach dem sechsten Gebet halte ich mir mein Handtuch vor den Mund, den die Luft ist stickig und heiß. Das Atmen faellt deswegen schwer. Meine Schulter beginnt foermlich zu brennen. Waerme steigt nach oben. Physik, 6. Klasse, Thermodynamik, im Klassenzimmer sassen vor mir Norbert und Sven. Roberts Onkel sagt laut „okay“. Die Decken vor dem Eingang werden von Janiz von draussen nach oben geschlagen. Endlich. Zehn Minuten koennen endlos lang sein. Licht scheint in die „Sweat Lodge“. Erst wenige gebrochene Strahlen, dann wird zumindest der vordere Bereich sehr hell. Ich krabbele auf allen Vieren hinaus ins Freie, setze mich auf einen Campingstuhl. Die Sonne kitzelt jetzt den Kamelruecken. Ich schliesse die Augen und atme tief ein.

Als sich mein Herz etwas beruhigt hat und wieder einen annehmbaren Rhythmus aufnimmt, krabbelt Phyllis als erste zurueck in die „Sweat“, wie sie hier von allen genannt wird. Wir folgen ihr alle. „Philipp, tief einatmen, ruhig bleiben, nicht verkrampfen.“ Was man eben so zu sich selbst sagt, wenn man einer Situation ausgesetzt ist, in der es vor allem darum zu tun ist den inneren Schweinehund zu ueberwinden. Bevor wir das erste Mal in die „Sweat“ krabbeln, sagt Roberts Onkel zu mir, dass ich, wenn es zu heiß fuer mich ist, nur Bescheid sagen muss. Dann krabbele ich einfach hinaus und gebe vorher ein Klopfzeichen nach draussen. Ich moechte aber nicht der weisse Junge sein, der hier schlapp macht. Nicht nach der ersten Runde. So krieche ich in stumme Selbstgespraeche versunken zurueck ins Dunkle. Der Ablauf wiederholt sich. Phyllis spricht nun Gebete. Sie ist ca. 60 Jahre alt und jemand, den ich als Bewahrerin der letzten Reste der Chippewa-Cree-Kultur bezeichnen wuerde. Sie spricht fliessend Cree, arbeitet ehrenamtlich bei der Uebersetzung von Unterrichtsmaterialien in Cree mit und ist auch sonst eine Frau, die die Fahne ihrer Geschichte hochhaelt: Niemand macht solch leckeres indianisches Brot wie Phyllis und der kleine Anhaenger, den sie mir spaeter zum Abschied schenkt, zeugt von mehr als nur Talent in Sachen indianischer Handarbeit.

Zuerst betet sie in Cree. Sie wiederholt alles auf Englisch – „wahrscheinlich wegen mir“, denke ich. Ihre Gebete schliessen nicht nur die Menschen in der „Sweat Lodge“ ein, sondern auch viele andere Familenangehoerige, Freunde und die ganze Reservation. Sie freut sich besonders, dass ich an der Zeremonie teilnehme. Sie sagt, dass wenige Menschen von Ausserhalb ueberhaupt Interesse an der indianischen Kultur, Lebensweise und Tradition haben und dass sie sehr gluecklich ist, dass sie in mir einen Freund gefunden hat. Wenn ich nicht schon so rot von der ein ums andere Mal nach oben steigenden Hitze waere, wuerde ich es werden. Ich hauche leise ein „Thank you“. Mittlerweile presse ich mir mein triefendes Handtuch vor den Mund. Ich bin nicht sicher, ob jemand ausser mir meinen Dank gehoert hat. Weil sie quasi alles zweimal spricht, dauert die zweite Runde dementsprechend laenger. Ich kann beim letzten Gebet, von dem ich hoffe, dass es das auch ist, an nichts anderes als an die Oeffnung des Eingangs denken. Sekunden werden zu Minuten. Endlich sagt Phyllis „okay“. Ueberhastet krieche ich in die Wirklichkeit zurueck.

Ich sitze zehn Minuten auf meinem Campingstuhl. Ich schliesse die Augen. Nein, ich bekomme sie kaum noch auf. Ich fuehle mich schwach und unendlich muede. Ich denke an nichts anderes, als daran, wie ich ihnen sagen kann, dass ich jetzt abbreche. „Nein! Philipp! Hackts? Du ziehst das jetzt durch.“ Diese Stimme. Stummes Zaudern. Kann jemand den Stecker ziehen? Ich hoere im Halbschlaf eine Stimme, die mich fragt, ob ich auch beten moechte. Ich bin mir nicht sicher, nehme allen Mut zusammen, stammele herum und sage dann, dass ich ein paar Worte sagen moechte. Roberts Onkel nickt. Mein Herz klopft bis zum Hals. Ich glaube, ich hatte noch nie solch eine Pulsfrequenz. Roberts Onkel robbt in die „Sweat“. „Auf geht’s“, hoere ich meine Stimme zu mir sprechen. Choncey legt Steine von der Feuerstelle mit der Mistgabel nach. Ich krieche an meinen mittlerwiele vertrauten Platz rechts neben dem Eingang. Einatmen. Ausatmen.

Zaghaft greife ich nach der Keksdose und broesele „Sweet Grass“ ueber die frischen Steine. Blitzartig entwickelt sich der wohlig-suesse Dampf. Zaghaft greife ich nach dem Bueschel Zweige nachdem ich zuerst auf Deutsch und dann auf Englisch ein Gebet spreche. Es zischt. Die Hitzewelle scheint mich aber zu verschonen. Mein Puls bleibt gleichfoermig und ruhig. Ich spreche ein zweites, spaeter ein drittes, viertes und fuenftes Gebet. Berherzter als zuvor tauche ich das Bueschel in den grauen Gusseimer. Meine Gedanken sind nun nicht mehr bei der Hitze, bei meinen schmerzenden Schultern, beim Physikunterricht oder beim Herbeisehnen der Oeffnung des Eingangs. Als ich das fuenfte Gebet beendet habe und die Zweige ueber die heissen Steine schuettele, ueberlege ich lange. „Was wolltest du noch sagen?“ Ich spreche ein letztes Gebet. Die Schweisstropfen rinnen mir nur so die Stirn, dann die Wange herunter und fallen dann auf meinen Oberkoerper. Das Kitzeln der vielen Rinnsaale verspuere ich nicht. Ich bin ganz in meinen Gebeten versunken. Als ich „okay“ sage, habe ich das Gefuehl mein Beten war nicht einmal halb so lang, wie das von Roberts Onkel in der ersten Runde. Robert versichert mir aber danach, dass ‚meine Runde‘ in punkto Hitze und Laenge den anderen in nichts nachstand.

Ich setze mich draussen auf meinen Campingstuhl. Ich bin ganz ruhig. Mein Herzschlag ist kaum zu vernehmen. Die Sonne versteckt sich nun hinter den zwei Hoeckern. Nur ihre aeussersten Umrisse verraten sie. Mein Gedankenpalast erwacht urploetzlich. „Was war das? Wieso fuehlte sich die steigernde Hitze dieser Runde nicht so an wie die Runden davor? War ich durch das Beten abgelenkt? Wurde meine Konzentration auf etwas gelenkt, das mich gleichzeitig von der unbequemen Umgebung enthob? Hat mich ein Spirit ergriffen und mich vollends in meinen Gebeten erhoert?“ Ich weiss es nicht. Bis jetzt nicht. Vielleicht beschreibt das am besten, was eine „Sweat Lodge“ ist.

Vor der vierten Runde habe ich nun keine Angst mehr. Robert und Choncey wollen nicht beten. So ist da nur noch der Vater von Robert, Edmont. Kurz bevor wir zurueckkriechen, sagt Edmont, dass er das gesamte Wasser im Eimer aufbrauchen muesse. Man kann nicht mit einem vollen Eimer Wasser in eine „Sweat“ gehen und mit einem halbvollen Eimer wieder hinaus. Der Eimer ist in der Tat noch halbvoll. Ich muss mich nicht an Mathestunden erinnern, um sofort zu begreifen, was das heisst: Drei Runden liegen hinter uns. In diesen wurde die Haelfte des Wassers aus dem Eimer mit Hilfe des Bueschels Zweige ueber den heissen Steinen verdampft. Diese Runde wuerde also die dreifache Menge dessen, was zuvor schon die Grenze des Machbaren war, bedeuten. Choncey legt Steine nach. Ich sammle meine Gedanken. Einatmen. Ausatmen.

Ich versuche mich halbwegs bequem auf meinem Platz einzurichten. Janiz schliesst den Eingang mit mehreren Schichten Decken. Zum Schluss stuelpt sie die Plastikplane darueber. Es raschelt und wird ganz schnell ganz leise. Das „Sweet Grass“ knistert. Ein letztes Mal fahre ich mit meiner suess dampfenden Hand durch meine Haare. Edmont beginnt zu beten. Auch er ruft „Father“, „God“ und „Lord“ an. Der erste Aufguss und ich begreife, dass ich das nicht bis zum Ende mitmachen kann. Schon nach diesem ersten Zischen des Wassers auf den heissen Steinen ist es so heiß, wie in den anderen Runden nach drei Aufguessen. Ich halte noch zwei Aufguessen stand. Wenn ich mein Handtuch ausringen wuerde, waere der Eimer wieder voll. Der heisse Dampf faehrt mir in Nase und meinen Mund. Ich ueberlege kurz, wie ich mich davon ablenken kann, andauernd an die Oeffnung des Eingangs zu denken. Mir faellt nichts ein. Ich kneife die Augen zusammen. Alles woran ich denken kann ist „Raus! Raus! Raus!“ Ich klopfe Choncey auf die Schulter. Robert, der links vom Eingang sitzt, klopft ihm im selben Moment auf die andere. Janiz oeffnet den Eingang. Ich robbe hinaus. Ich denke nur noch an meinen Herzschlag. Ich falle auf den Campingstuhl. Der weisse Stoff ich nass und kuehl. Meine Arme und Beine baumeln nur noch an mir herunter. Nach drei weiteren Gebeten verlassen auch die restlichen Vier die „Sweat“ fluchtartig. Beim letzten Aufguss hat Edmont den „Rest“ des Wassers ueber die Steine ergossen. Es dauert nur wenige Sekunden und alle robben, noch bevor die Decken vollends nach oben geschlagen sind, aus dem Plastikplaneniglu. Wir verharren alle still auf unseren Stuehlen und verabschieden uns.

Auf der Nachhausefahrt frage ich Rob welchen Gott wir hier eigentlich angerufen haben. Den Schoepfer, der traditionell in der indianischen Kultur eine grosse Rolle spielt, oder den christlichen Gott? Ich aeussere meine Verwunderung ueber „God“ und „Lord“. Robert hoert geduldig zu. Dann sagt er: „Egal wie du ihn nennst, es gibt nur einen.“

Naechsten Sommer baue ich eine „Sweat Lodge“. Wer teilnehmen moechte, kann sich bei mir melden.

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Eine Antwort to “Schwitzen gegen Schwermut oder der Versuch der Skizzierung einer spirituellen Erfahrung”

  1. Gerard Vandeberg 08/22/2010 um 23:26 #

    Phillip, Those photos of the RB pow-wow were great!! Please send me an email as I have apparently lost your email address.

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