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Ich bin raus

5 Jul

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I want conflict! I want dissent!
I want the scene to represent
Our hatred of authority,
Our fight against complacency
Stop singing songs ‚bout girls and love!
You killed the owl! You freed the dove!
Confrontation and politics
Replaced with harmonies and shticks
When did punk rock become so tame?
These fucking bands all sound the same
We want our fights we want our thugs!
We want our burns we want our drugs!
Where is the violent apathy?!
These fucking records are rated G!

When did punk rock become so safe?!

(NOFX “The Separation Of Church And Skate”, “The war on errorism” (2003)

Ich mag große Musikfestivals nicht besonders. Es riecht nach Urin, Bratwurst, Schweiß und Staub. Gestern besuchte ich das „With Full Force“ – ein Festival für laute Gitarren, wenn man so will, vor den Toren Leipzigs. Ich hatte einen Pressepass ergattert, um ein Interview mit NoFX zu führen. Die kalifornische Punkrockinstitution ist seit 27 Jahren unablässig unterwegs. Im Gegensatz zu Offspring und Green Day verweigerten sie sich gängigen Vermarktungsstrategien zwischen MTV, Majorplattenfirma und Sponsorship Mitte der 90er Jahre, als Punkrock eine Renaissance erlebte. Gestern spielten sie eingebettet zwischen den Nihilismus vertonenden Slayer und den Emporkömmlingen „As I Lay Dying“. Aber der Reihe nach, denn vor ihrem Auftritt und dem Interview, was dann doch nicht zustande kam, lagen fast sechs Stunden, in denen ich über das Festivalgelände schlich und mich nicht satt sehen konnte an Uniformität und Biedermännlich- und Biederweiblichkeit.

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Weltuntergangsstimmung Galore – Junius live in Chemnitz

25 Okt

Wenn Chemnitz seine Enthusiasten nicht hätte, sähe es mau aus. Diese Enthusiasten organisieren seit vielen Jahren immer wieder feine kleine Konzerte im kleinen Saal – St. Etienne genannt – des AJZ zu ehemals Karl-Marx-Stadt. Als verwöhnter Leipziger findet man leider viel zu selten den Weg in die beschauliche Stadt der Moderne um im jeweils überschaubaren Publikum tolle Bands zu sehen.

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„There she goes my beautiful world“

22 Jun

nickcaveAm Sonntag regnete es wahrscheinlich um ganz Dresden herum und auch in Dresden selbst – außer über der Bühne der Jungen Garde. Dort trat nämlich der Hohepriester der Noise-Chansons Nick Cave nebst seinen Bad Seeds auf und gab ein seltenes Stelldichein in 2009. Außer der schnieken Freilichtbühne im Süden Dresdens bespielte der Australier nur noch die beiden Zwillingsfestivals Southside und Hurricane. Wie er die Bühne betrat, hörte der Regen auf.

Die Rahmenbedingungen hätten also nicht besser sein können. Zu erwarten war ein Hitfeuerwerk, wie es sich für große Acts auf großen Festivalbühnen ziemt – dass die kleine Dresdner Freilichtbühne mit auf den Tourplan gerückt ist, war demnach also eine prima Voraussetzung dafür eine Cave-Show zu sehen, die das Beste aus allen Schaffensphasen in Szene setzt. Weiterlesen

Das Gefühl von Gutaufgehoben – Morrissey in Berlin

13 Jun

Es ist der Tag danach. Der Tag nach der Offenbarung. Ich kann von mir behaupten, viele der Musikanten, die mir etwas bedeuten, schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gesehen zu haben. Die, die ich nicht gesehen habe, sind tot oder nicht mehr aktiv. Morrissey hatte ich auf seinen spärlichen Konzertreisen in den letzten 10 Jahren nicht sehen können – entweder war ich im Ausland oder ich konnte zu dem Termin in meiner Nähe nicht. Gestern war es dann soweit. Berlin. Columbiahalle. 21.00 Uhr. Weiterlesen

Meine verrückte Liebe zu Depeche Mode

9 Jun

Gestern Abend startete unfreiwillig die Europatournee von Depeche Mode neu. Frontmann Dave Gahan musste vor kurzem unters Messer: Diagnose kurz vor dem Konzert vor ca. vier Wochen in Athen – Blasentumor. Dem Mann gebührt großer Respekt dafür sich nach einem solchen Eingriff bereits nach so kurzer Zeit wieder auf eine Bühne zu stellen und sich einer neuerlichen Welt- Tortour auszuliefern. Der Jüngste ist er und seine beiden Mitmusikanten nun auch nicht mehr. Weiterlesen

Von Goldenen Herzen und Geschwüren im Bauch

22 Mai

Gestern Abend besuchte ich das Konzert der Boxhamsters und von The Picket Line im Bunker zu Chemnitz. Allerhand Bekannte aus Halle, Leipzig und Bad Dürrenberg hatten sich auch eingefunden und so wurde es insgesamt – nicht zuletzt wegen den „Boxies“ selbst zu einem Abend unter alten Freunden. Weiterlesen