2014

7 Jan
Wieder läuft ein neues Jahr keiner der Zuhause war mit Krach und Sekt wird es begrüßt

Wieder läuft ein neues Jahr keiner der Zuhause war mit Krach und Sekt wird es begrüßt

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 6/6: Wo die Liebe hinfällt

2 Mrz
Vorbemerkung: Am heutigen Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Wo die Liebe hinfällt

Als Allen Craine 1949 ein Postamt in Washington betrat, wusste er noch nicht, dass er hier den Grundstein für den Rest seines Lebens legen würde. Er war 29 Jahre alt und die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg ließen ihn nicht los. Bevor er 1942 einberufen wurde, hatte er ein Lehramtsstudium in Florida erfolgreich beendet. In Washington versuchte er nun nach seiner Rückkehr Fuß zu fassen und einen Job als Lehrer zu finden. Es sah schlecht aus. Er handelte sich Absage um Absage ein.

In dem kleinen Postamt wollte er nur ein Telegramm an seine Familie aufgeben. Er wollte ihnen schreiben, dass er in den nächsten Tagen nach Ohio zurückkommen würde – ohne Job. Neben dem Schalter entdeckte er jedoch ein Plakat. Zu dieser Zeit war es üblich, dass staatliche Behörden öffentliche Stellenausschreibungen in Postämtern anbringen ließen. Er hatte sich schon mehrfach auf solche Ausschreibungen beworben, aber seine Bemühungen waren stets erfolglos geblieben. Auf dem Plakat stand geschrieben, das Amt für indianische Angelegenheiten suche Leute für den Schuldienst in Indianerreservaten. Mr. Craine zögerte nicht lange. Er ging nach Hause und stellte eine Bewerbungsmappe zusammen. Wenige Tage später fuhr er nach Ohio zurück zu seiner Familie.

Allen Craine

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 5/6: Was die innere Stimme zum Klingen bringt

1 Mrz
Vorbemerkung: Am kommenden Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Was die innere Stimme zum Klingen bringt

Kinderaugen sehen die Welt mit anderen Augen, weil sie auf eine innere Stimme hören. Diese innere Stimme verkümmert später peu à peu mit jeder Lebensstufe. Erwachsene können sie nicht mehr hören, nicht mehr mit ihr sehen. Dabei wohnt ihr eine bestimmend-verzaubernde Qualität inne. Bei Kindern übersetzt die innere Stimme nicht unbedingt nur das, was die Augen sehen, in einen Gedanken, ein Wort oder einen Satz, sondern sie erzählt davon, was sie sehen möchte, was die Kinder sich zu sehen wünschen. Sie ist ein kindlicher Traumzauber und kleidet die Tatsachen in ein unsichtbares Gewand. Dabei ist es die kindliche Kraft der phantasievollen Verwandlung, die den Gegenstand in eine Welt entführt, die unsichtbar bleibt. Für Kinderaugen ist es daher oft zweitrangig, was man tatsächlich sieht. Diese unsichtbare Welt ist so viel bunter und mystischer. Die Kinder verteidigen sie so lange es geht gegen die Welt der Fakten, sie führen Krieg gegen die Armeen vollendeter Tatsachen. Dabei scheinen sie zu ahnen, dass diese Armeen unbesiegbar sind. Die Kindheit ist mit deren Triumph dann endgültig vorbei. Nun wohnen keine Wäschemonster mehr in Wäschekörben und der Himmel zeigt im Wolkenkino keine Märchen mehr. Das Kind ist erwachsen geworden, hat sich von der inneren Stimme emanzipiert. Kinder lernen das Sehen jetzt richtig – ohne Traumzauberkleid und Märchenwaldnebel. Die innere Stimme verstummt. Nur mit viel Mühe kann man sie später als Erwachsener wieder zum Klingen bringen. Dabei sehnt man sich doch so sehr nach der Unbeschwertheit der eigenen Kindheit. Ein Wäschekorb wird nie mehr nach Monsterkacke riechen, höchstens nach verschwitzten Sportsachen. Als Erwachsener gäbe man allerdings ein Königreich für Monsterkacke im Wäschekorb.

„Vernon The Boy“ hat seine innere Stimme wieder zum Klingen gebracht. Er sieht die Welt zwar nicht mit Kinderaugen, aber auch nicht mit denen eines Erwachsenen. Vernons Blick ist auf die Beziehungen zwischen den Dingen gerichtet, die man mit der Kraft der Augen allein nicht sehen kann. Eine Feder ist nicht nur eine Feder. Sie ist ein Symbol für Freiheit. Ebenso ist das Kreuz nicht nur ein Kreuz, ein Ring nicht nur ein Ring. Für Vernon ist jeder Gegenstand ein Symbol für etwas. Jedem Ding wohnt eine Bedeutung inne, die über seine Gegenständlichkeit hinausgeht. Ein Fenster ist bei Vernon nicht nur ein Fenster, eine Tür nicht nur eine Tür und erst Recht ist ein Baum nicht nur ein Baum.

Vernon_6

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 4/6: Was Informatik mit Sweetgrass zu tun hat

28 Feb
Vorbemerkung: Am kommenden Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Was Informatik mit Sweetgrass zu tun hat

Robs Mutter öffnet eine Bürotür im College von Rocky Boy. Unvermittelt stellt sie mich einem etwas schludrig aussehenden Mann mit langen fettigen grauen Haaren vor. „Hier Gerard, das ist Philipp. Er interessiert sich auch für Rocky Boy und alle Indianerfragen. Er kommt aus Deutschland. Ihr zwei habt sicher eine Menge zu bereden. Tschüss.“ Da sitzen wir nun. Meine Gastgeberin meint es sehr gut mit mir. Die nächsten zwei Stunden knabbere ich dem grau melierten Kauz, in dessen Büro ich geschoben wurde, am Ohrläppchen. Er trägt ein Hörgerät, scheut direkten Blickkontakt und schaut aus dem verhangenen Fenster seines Büros. Sein eindrucksvoller Bauch schiebt sich zu allen Richtungen an seinen Hosenträgern vorbei. Gerard Vandeberg ist 61 Jahre alt. Das Leben hat ihn das Grummeln gelehrt. Als Informatiklehrer schützt er sich auf diese Art vor sich ständig wiederholenden Fragen, die mit ein wenig Probieren von jedem Schüler selbst beantwortet werden könnten.

Gerard Vandeberg

Gerard Vandeberg

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 3/6: Wie man in Rocky Boy lebt

27 Feb
Vorbemerkung: Am kommenden Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Wie man in Rocky Boy lebt

Die sozialen Missstände, die in Indianerreservaten herrschen, sind in Rocky Boy offensichtlich. Wie ein Schleier legt sich die Armut, die hohe Kriminalitätsrate, der Alkoholismus, der Drogenkonsum, die häusliche Gewalt, die Arbeits- und Perspektivlosigkeit über die Häuser und Vorgärten. Viele Gesichter von Indianern, die ich kennenlerne, sind auf unterschiedlichste Weise von all dem gezeichnet. Oft wirken die Blicke leer und verglüht. Nicht selten zittern Männer im besten Alter, als ob sie an der Parkinson-Krankheit leiden würden. Wenn ich wissen möchte, warum Kinder bei ihren Großeltern statt bei ihren Eltern leben, bekomme ich zur Antwort, dass der Vater die Familie verlassen hätte und die Mutter oft krank und deswegen müde sei. Vor allem in den zwei Wochen nachdem die staatliche Fürsorge ausgezahlt wird, kommt es häufig vor, dass die Mütter schon mittags den Rausch vom Morgen ausschlafen müssen. Wer in Rocky Boy männlich ist und mit 30 noch nicht im Gefängnis saß, ist entweder zugezogen oder hat sich nicht erwischen lassen.

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 2/6: Wie zwei Völker eins werden

26 Feb
Vorbemerkung: Am kommenden Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Wie zwei Völker eins werden

Heute leben in Rocky Boy die Chippewa-Cree-Indianer. Das ist die offizielle Schreibweise. Einen Chippewa-Cree-Indianer an sich gibt es aber eigentlich nicht. Die Chippewa und auch die Cree waren eigenständige Völker mit unterschiedlichen Siedlungsgebieten und Lebensweisen. In Rocky Boy haben sie Anfang des 20. Jahrhunderts strenggenommen „geheiratet“. Die Geschichte der Cree- und Chippewa-Indianer war bis dahin die Geschichte zweier Indianervölker auf der Flucht. Es ist die Chronik einer Odyssee von Heimatlosen, angetrieben vom Glauben an eine glückliche Zukunft und die Sehnsucht nach einem Ort, der bleibt. Ihre Geschichte beginnt in einer Zeit, in der noch keine Nationalstaaten auf dem nordamerikanischen Kontinent existieren. Sie endet mit der Gründung des kleinsten und letzten Reservats der USA im „treasure state“ Montana, dem Staat der Kostbarkeiten, von denen die Cree- wie die Chippewa-Indianer bis heute nichts abbekommen.

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„Zwei Sommer lang Indianer“ Journal Folge 1/6: Wie ich mich auf den Weg mache

25 Feb
Vorbemerkung: Am kommenden Samstag, den 2. März 2013 wird eine literarische Reisereportage mit dem Titel „Zwei Sommer lang Indianer“ um 14.00 Uhr auf radio blau (www.radioblau.de) welturaufgeführt. radio blau ist das freie und nichtkommerzielle Lokalradio Leipzigs. Man kann radio blau sowohl auf UKW in Leipzig als auch per Stream in der ganzen Welt hören. Ab Montag, den 25.02.2013 poste ich bis zur Welturaufführung jeden Morgen eine Geschichte aus meiner Zeit bei den Chippewa-Cree hier. So können sich alle Interessierten Schritt für Schritt auf die Reise begeben… Nachfolgend kann man bereits einen Trailer zur literarischen Reisereportage hören:

Wie ich mich auf den Weg mache

Mein Flugzeug landet an einem feucht-heißen Julitag in Chicago. Von hier aus beginnt meine Reise. Es sind noch knapp 2500 Kilometer bis in den Nordwesten, nach Montana in das Rocky Boy Reservat. Ich schaue mir ein wenig die Stadt an und frage mich die gesamte Zeit, wann ich eigentlich die Entscheidung getroffen habe, von Chicago bis nach Montana mit dem Auto zu fahren. Ich kann mich nicht erinnern. Ich habe mich nicht entschieden. Hätte ich mich entschieden, würde das bedeuten, ich hätte eine Wahl gehabt. Klar, ich hätte mit dem Zug fahren oder fliegen können, das war vielleicht ein Gedanke, aber keine echte Option. Es war irgendwie von vornherein klar. Die Entscheidung hat mich getroffen, bevor ich überhaupt überlegen konnte, ob ich sie hätte treffen wollen.

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Auftakt: Das große Indianer-Abenteuer-Blog-Journal +++ Trailer zur literarischen Reisereportage „Zwei Sommer lang Indianer“

23 Feb

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie einige aufmerksame Leser_Innen meines TRACKtate-Blog wissen, verbrachte ich den Sommer 2010 im Nordwesten der USA – genauer in Montana. Dort liegt Rocky Boy – das Reservat der Chippewa-Cree-Indianer. Nach meiner Rückkehr machte ich mich daran das Erlebte niederzuschreiben mit dem Ziel eine literarische Reisereportage für das Radio zu produzieren. Ich schrieb, entwarf, verwarf und fand schlussendlich in den beiden Sprechern Mirko Kasimir und Anja Lehmann zwei Profis, die mich bei der Umsetzung meiner Idee unterstützten. Michael Seiler (u.a. Verbrannte Erde, Interstate 5 und Crottendorf) komponierte die Musik und so entstand Schritt für Schritt ein 120-minütiges Hörstück.

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Überlegen und Loslegen

14 Jul

Ich hatte an anderer Stelle ja schon einmal über Seiten im Netz berichtet auf denen Menschen mit einer Idee um Unterstützung werben können für die Umsetzung derselben.

Sehr sympathisch und unterstützenswert finde ich das Projekt von Pia Volk.

Pia hat schon viele Texte geschrieben, die einen an einem schlechten Tag für ein paar Minuten herausreißen können aus Grau und Alltagsverrichtungen. Zum Beispiel der Text über die Schwierigkeit einem Kind Manieren beizubringen in einer Umgebung in der diese keine sind: „Mit den Fingern essen, auf den Boden spucken, lügen wie ein Weltmeister“ – all das kann man in Asien manchmal machen und es ist vollkommen o.k. Ein Schlaglicht auf die Relativität von Manieren…hier

Nun will Pia ein Buch schreiben. Das sind ja dann nicht nur bunte Punkte, sondern ein ganzes buntes Bild!

Man kann dabei unterstützen: hier

Grenzgehen – Wandern auf dem Grünen Band Teil 5

10 Jul

Über Sickenberg und Meinhard wollen wir nach Wanfried. Trotz Wanderkarte gehen wir auf unserem Weg richtig verloren. Wir wollen zum Kloster Hülfensberg aufsteigen, das unmittelbar an der Grenze liegt. Auf dem Weg dahin stimmen Wegbeschreibung im Wanderführer und Wanderkarte nicht überein. So muss die Intuition herhalten. Ich packe meinen Kompass aus. Wir laufen quer-wald-ein Richtung Osten. Irgendwann muss die Grenze kommen. Der Wald ist nicht bewirtschaftet. Wir steigen durch Dickicht und Unterholz. Nach 500m entdecken wir einen preußischen Grenzstein. Die „Grenze“, die wir suchen, das wissen wir bereits, kann nicht mehr weit sein. Und  tatsächlich: keine fünf Minuten später stehen wir wieder auf dem Grünen Band. Abenteuer bestanden. Pioniergeist geweckt.

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