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1989

30 Jun

Auf der Plattform europeana 1989, initiiert von der Deutschen Kinemathek, dem Museum für Film und Fernsehen, können Menschen aus ganz Europa ihre Geschichten, Fotos und Dokumente posten, die sie mit dem politischen Umbruch 1989 in ganz Europa verbinden. So soll ein einzigartiges bebildertes kollektives Gedächtnis entstehen. Dass 1989 weniger ein Moment, sondern vielmehr der Fixpunkt eines Prozesses ist und als solcher demzufolge eine Vor- und eine Nachgeschichte hat, wird auf den Fotos, die User bis dato online gestellt haben, sehr schön deutlich…

Dieses Bild entstand am 20.01.1990 auf einer Montagsdemonstration in Leipzig.

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Die geteilte Zeit

4 Jan

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Was ist nicht alles geschrieben und berichtet worden in den letzten Monaten. „Wir sind das Volk!“ hier und „friedliche Revolution“ dort. Mauerfall, 9. November und allerorten der Versuch aus den Geschehnissen um den November1989 einen nationalen Kulminationspunkt zu formen.

Es ist notwendig einen unverklärten Blick auf das Zeitgeschehen einzunehmen – einen Blick, der die DDR weder alleinig zum despotischen Regime stilisiert, noch uferlos in Ostalgie untergeht und „Land unter!“ skandiert. Wie könnte man diesen Blick besser einnehmen als durch die schonungslose Abbildung der Wahrheit? Gar nicht.

Der fotografischen Abbildung der Wirklichkeit hat sich Gerhard Gäbler verschrieben. Der damalige Fotografiestudent hat sich im November 1989 und danach auf die Socken gemacht um ästhetisch überzeugend auf leisen Sohlen den Auslöser zu betätigen. Gäbler warf sich hinein in das Geschehen, wurde Zeuge einer Zeit, die in seinen Bildern nicht enthoben und losgelöst von der alltäglichen DDR-Lebenswelt erscheint. Vielmehr vermag Gäblers Fotografie das Normale, das Beiläufige und Versteckte der heute stilisierten „friedlichen Revolution“ einzufangen.

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Ein Blogeintrag über das Nicht-Bloggen

11 Okt

Jetzt ist genau das passiert, was man eigentlich nicht möchte in so einem Blog, wie ich ihn habe: Gähnende Leere, keine Frequenz von Einträgen, die den Lesern das Gefühl gibt in meinem Leben passiert eine Menge. Ich untergrabe damit das, wofür das Bloggen eigentlich steht. Nun man kann entgegenhalten das genau dieses unausgesprochene, aber von jedem Blogger verinnerlichte Mantra, ja auf der anderen Seite dazu führt, dass die Blogosphäre zu 95% aus Schrott besteht. Wie schön ist es dann, dass ich mich nicht am Abwracken meines Lebens beteilige. Dabei gibt es eigentlich eine Menge zu erzählen, das nicht auf Informationsfriedhöfe gehört, sondern vielleicht vielmehr vermag dem einen oder anderen ein Lächeln, ein Mitfühlen, ein Wiederentdecken oder ein Verstandenfühlen abzuringen. Weiterlesen