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Marcel Mettelsiefen ist für den CNN Journalist Award nominiert. Seine Bilder bemühen sich um die Wahrheit hinter Statistiken

28 Feb

Ein sicheres Anzeichen für Armut ist die Säuglingssterblichkeit. Sie gilt als ein fundamentales Indiz für „Unterentwicklung“. Wenn Kinder innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt sterben, haben die medizinischen Möglichkeiten einer Gesellschaft versagt. Anders ausgedrückt: Um so mehr Kinder unmittelbar nach der Geburt sterben müssen, um so schlechter ist es um die Gesundheitsversorgung in einem Land bestimmt.

In Westeuropa liegt die Säuglingssterblichkeit zwischen drei und sechs Kindern auf 1.000 Lebendgeburten.

Copyright: Alexrk2 @ Wikipedia; Säuglingssterblichkeit in der Europäischen Union, der Europäischen Freihandelsassoziation und den drei Beitrittskandidaten der EU (2007). Verhältnis von während des ersten Lebensjahres gestorbenen Kindern zur Zahl der Lebendgeburten in diesem Jahr. Die Werte sind pro 1000 Lebendgeburten angegeben.

Die zwanzig Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit liegen allesamt außerhalb der westlichen Welt. Zu ihnen gehören neben Afghanistan ausschließlich Staaten in Afrika – etwa Niger, Somalia, Mali und Sierra Leone. In diesen Ländern liegt die Säuglingssterblichkeit bei etwa 80-120 auf 1.000 Lebendgeburten.

Die Säuglingssterblichkeit ist demnach ein Faktor, der in der Tat einerseits abbildet, wie es um das Gesundheitswesen eines Staats bestellt ist. Andererseits ist signifikant, dass all jene Staaten, die eine hohe Säuglingssterblichkeit aufweisen auch zu den ärmsten Ländern der Welt gehören.

Bei der Vermessung des Grabens zwischen armen und reichen Staaten spielt die Säuglingssterblichkeit somit eine Hauptrolle. Trotzdem ist das Thema an sich, aber auch der Kampf dagegen nur selten präsent in westlichen Medien. Die Säuglingssterblichkeit wird in Zahlen ausgedrückt. Das Leid, das Elend und die physischen wie psychischen Belastungen für die betroffenen Eltern werden dagegen so gut wie nie thematisiert.

Der Journalist Marcel Mettelsiefen hat versucht zu zeigen, was sich hinter Zahlen versteckt. Was passiert bei den tausenden von Geburten unter einfachsten medizinischen Bedingungen in Afrika? Was bedeutet es, wenn das Sterben von Säuglingen zum Alltag gehört?

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Eintauchen

23 Apr
Afrikanische Musik gibt es nicht. Genauso wenig, wie es europäische. deutsche, sächsische oder Leipziger Musik gibt. Wie kann man nun aber dem „Sound“ eines Kontinents nachstellen? Weiterlesen

A school Day with Diana

11 Feb

Im Rahmen der Recherchen für eine Film- und Vortragsreihe, die wir in einer Arbeitsgruppe bei radio blau gerade versuchen auf die Beine zu stellen, stieß ich auf den unten zu sehenden Film von Dominik Lehnert und Frank Mueller. Mit Dominik habe ich auch kurz gemailt. Er hält sich derzeit wieder im Südsudan auf, um einen Film über eine Jungendradiostation zu drehen.

Was mir an „A school Day with Diana” so gut gefällt, ist die anmutige Kameraführung und die unaufdringliche Erzählweise. Die Bilder erzählen zeitweise eine – unabhängig vom Gegenstand des Films – eigene Geschichte. Man achte darauf wie etwa am Morgen alle männlichen Familienangehörigen so langsam in den Tag hineinrutschen können, wohingegen Diana und alle anderen Frauen der Familie die notwendigen Arbeiten erledigen. Der Film erzählt die Geschichte von Diana und schafft es trotzdem, etwas „typisch Afrikanisches“ einzufangen. Das vermag m.E. nur der kleinste Teil der Dokumentarfilme über Afrika.

A School Day with Diana from Xchange Perspectives on Vimeo.