Tag Archives: etta james

Auf zu Büffeln und Bären

9 Jul

Liebe Leser, liebe Leserinnen

es ist wieder Zeit für ein Abenteuer. Am Mittwoch werde ich über den großen Teich fliegen und dort für fünf Wochen in ein anderes Amerika einzutauchen versuchen, als man das gemeinhin tut: Kein Big Apple, keine Golden Gate, keine Route 66 und keine Niagarafälle. Ich möchte mich den Ursprüngen dieses Kontinents nähern und wo ginge das besser als bei Amerikanischen Ureinwohnern?

Vor vier Jahren lernte ich während einer studiumfinanzierenden Tätigkeit als nachtschichtendes Jungchen für alles in einem Youth Hostel in Leipzig einen „Indianer“ kennen. Er hielt sich im Rahmen eines universitären Austauschprojektes sechs Wochen in Leipzig auf. Mich interessierte sehr, wie das so ist als Teil einer marginalisierten Minderheit in einem Land zu leben, das ursprünglich mit dem Traum von einem Gesellschaftsmodell gestartet war, aus den verschiedensten Gruppen eine pluralistische Gesellschaft zu formen. Robert gehört zur Gruppe der Chippewa-Cree. So richtig viel wusste er selbst nicht darüber zu erzählen. Ein wenig unangenehm war es ihm zudem darüber zu sprechen, denn er versucht eigentlich „alles Indianische“ abzuschütteln. Nun steht da ein kleiner ostdeutscher Junge und fängt an ihn zu fragen: Was ist dein indianischer Name? Wo haben deine Vorfahren gelebt? Kannst du reiten? Wie ist das in einer Schwitzehütte?

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playlist TRACKtate + rilleradio 06.03.2010

6 Mrz

Auch wenn ich dieses Mal keine Kurzreportagen, Features und Rezensionen präsentieren konnte, da mich allerlei Unlauteres und Verpflichtendes von meiner Radiomachertätigkeit abhielt, sind es schöne 2 Stunden geworden.

01. The Cribs – Last years snow

02. Etta James – Take it to the limit

03. Eels – In my younger days

04. Leatherface – broken

05. Alkaline Trio – Eating me alive

06. Everybody was in the French Resistance now! – Think twice (it’s not allright)

07. New Model Army – Autumn

08. Manchester Orchestra – Shake it out

09. Manchester Orchestra – I’ve got friends

10. Jimmy Donley – The shape you left me in

11. Jimmy Donley – I can’t love you, like you want me to do

12. Deftones – Rocket Skates

13. Analena – Off with my head

14. Frank Turner – Try this at home

15. Diego – September March

Die Zeit, wo die Erinnerung an die Stelle der Hoffnung tritt…

23 Jul

Flattr this

…ist angebrochen.

Im Dasein des nebenberuflichen Plattenauflegers kommt es vor, dass junge Menschen den Ort des Geschehens betreten. Meine Lieblingsbeschäftigung – geboren aus einem Gefühl von Langeweile und Misanthropie – ist es Gäste bei Betreten des Lokals mit einem kurzen Blick zu streifen, um unmittelbar daraus abzuleiten, was aufzulegen ist, damit der Gast

1) nicht kommt und sich was wünscht (das könnte ist fast immer Mist)

2) nicht kommt und Dinge sagt wie: „Mach doch mal was aus den 80ern“ oder „Haste Funk?“

Es geht also um Schadensbegrenzung einerseits und aber auch andererseits -und das ist paradox, weil fast philanthropisch – auch um die Freude am Lächeln des Gastes. Dieses kann man zaubern, wenn man mit seiner musikalischen Intuition richtig liegt und einen Künstler oder einen Titel aussucht, der dem Gast gefällt, der ihn zum Verweilen einlädt, ohne dass er hätte Kontakt zum Plattenaufleger aufnehmen müssen.

Gestern betraten richtige Punks die Szenerie: Lederjacken, Nieten, „Gegen Nazis“ prangt groß auf dem T-Shirt und die Flasche Wilthener Kräuter machte die Runde. Nun bin ich auch Punkrocker. Ohne die dazu passende Frisur, was immer dazu führt, dass richtige Punks mich gar nicht „ernst nehmen“. Das war früher schon so und ist es jetzt noch. Richtige Punks zahlen eine Runde Bier in einer kleinen Kneipe übrigens mit EC-Karte, setzen sich dann hin und grölen ein bisschen. Die drei Jungs und zwei Mädchen hatten sich auch alle so lieb, dass ein Mädchen gleich mit zwei der Jungs knutschte. Weiterlesen