Tag Archives: Punk

Videoplaylist – rilleradio, 25.06.2011, 14.00-15.00 Uhr

25 Jun

Bei der heutigen Sendung hat mich ein wenig die Zeit eingeholt. Das Title Fight Album „Shed“ hat mich nicht nur begeistert, sondern auch eine Zeitreise antreten lassen in die (in dieser Hinsicht) goldenen 90er. Eine Zeit in der „emo“ keine Frisur und kein Lifestyle war, sondern der Versuch den alten Tanten Hardcore und Punkrock etwas Leben einzuhauchen. Weiterlesen

Ich bin raus

5 Jul

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I want conflict! I want dissent!
I want the scene to represent
Our hatred of authority,
Our fight against complacency
Stop singing songs ‚bout girls and love!
You killed the owl! You freed the dove!
Confrontation and politics
Replaced with harmonies and shticks
When did punk rock become so tame?
These fucking bands all sound the same
We want our fights we want our thugs!
We want our burns we want our drugs!
Where is the violent apathy?!
These fucking records are rated G!

When did punk rock become so safe?!

(NOFX “The Separation Of Church And Skate”, “The war on errorism” (2003)

Ich mag große Musikfestivals nicht besonders. Es riecht nach Urin, Bratwurst, Schweiß und Staub. Gestern besuchte ich das „With Full Force“ – ein Festival für laute Gitarren, wenn man so will, vor den Toren Leipzigs. Ich hatte einen Pressepass ergattert, um ein Interview mit NoFX zu führen. Die kalifornische Punkrockinstitution ist seit 27 Jahren unablässig unterwegs. Im Gegensatz zu Offspring und Green Day verweigerten sie sich gängigen Vermarktungsstrategien zwischen MTV, Majorplattenfirma und Sponsorship Mitte der 90er Jahre, als Punkrock eine Renaissance erlebte. Gestern spielten sie eingebettet zwischen den Nihilismus vertonenden Slayer und den Emporkömmlingen „As I Lay Dying“. Aber der Reihe nach, denn vor ihrem Auftritt und dem Interview, was dann doch nicht zustande kam, lagen fast sechs Stunden, in denen ich über das Festivalgelände schlich und mich nicht satt sehen konnte an Uniformität und Biedermännlich- und Biederweiblichkeit.

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Die Zeit, wo die Erinnerung an die Stelle der Hoffnung tritt…

23 Jul

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…ist angebrochen.

Im Dasein des nebenberuflichen Plattenauflegers kommt es vor, dass junge Menschen den Ort des Geschehens betreten. Meine Lieblingsbeschäftigung – geboren aus einem Gefühl von Langeweile und Misanthropie – ist es Gäste bei Betreten des Lokals mit einem kurzen Blick zu streifen, um unmittelbar daraus abzuleiten, was aufzulegen ist, damit der Gast

1) nicht kommt und sich was wünscht (das könnte ist fast immer Mist)

2) nicht kommt und Dinge sagt wie: „Mach doch mal was aus den 80ern“ oder „Haste Funk?“

Es geht also um Schadensbegrenzung einerseits und aber auch andererseits -und das ist paradox, weil fast philanthropisch – auch um die Freude am Lächeln des Gastes. Dieses kann man zaubern, wenn man mit seiner musikalischen Intuition richtig liegt und einen Künstler oder einen Titel aussucht, der dem Gast gefällt, der ihn zum Verweilen einlädt, ohne dass er hätte Kontakt zum Plattenaufleger aufnehmen müssen.

Gestern betraten richtige Punks die Szenerie: Lederjacken, Nieten, „Gegen Nazis“ prangt groß auf dem T-Shirt und die Flasche Wilthener Kräuter machte die Runde. Nun bin ich auch Punkrocker. Ohne die dazu passende Frisur, was immer dazu führt, dass richtige Punks mich gar nicht „ernst nehmen“. Das war früher schon so und ist es jetzt noch. Richtige Punks zahlen eine Runde Bier in einer kleinen Kneipe übrigens mit EC-Karte, setzen sich dann hin und grölen ein bisschen. Die drei Jungs und zwei Mädchen hatten sich auch alle so lieb, dass ein Mädchen gleich mit zwei der Jungs knutschte. Weiterlesen

Von Goldenen Herzen und Geschwüren im Bauch

22 Mai

Gestern Abend besuchte ich das Konzert der Boxhamsters und von The Picket Line im Bunker zu Chemnitz. Allerhand Bekannte aus Halle, Leipzig und Bad Dürrenberg hatten sich auch eingefunden und so wurde es insgesamt – nicht zuletzt wegen den „Boxies“ selbst zu einem Abend unter alten Freunden. Weiterlesen