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Eine Neujahrsansprache oder der Versuch sich bewusstzumachen, dass man am Leben ist

3 Jan

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„Alle reden schon vom neuen Jahr
obwohl ich mit dem alten noch gar nicht fertig war“
(aus „Sunil“ von der Boxhamsters-LP „Tupperparty“ , 1996)

So fühle ich mich jeden Januar auf ein Neues. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hat mal jemand als Nicht-Zeit beschrieben. Stimmt, wie ich finde. Alles was reguläre, letztlich alltägliche Zeit bestimmt, scheint zwischen den Feiertagen ausgehebelt. Nicht wenige fahren in den Urlaub, bleiben einfach Zuhause mit festgenagelten Beinen auf dem Tisch oder stellen irgendeinen anderen Blödsinn an. Die Schulen schließen dank Weihnachtsferien, Unternehmen machen Betriebsferien. Der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor rotieren auf Sparflamme und samt und sonders herrscht Ausklangs- statt Aufbruchsstimmung. Ich selbst will mich da gar nicht herausnehmen. Wenn dann das große Silvester-Bummbumm, dieser kriegsähnliche Ausnahmezustand vor der Haustür, überwunden ist, kehrt die Normalität zurück und damit hat auch das letzte Stündlein der Nicht-Zeit geschlagen. Die Arbeitsmühle dreht sich mit frischem Schwung oder im alten Trott. Ein Prosit auf all jene, die keine Mühle kennen, sondern ihrem Broterwerb mit Hingabe und Erfüllung nachkommen. Weihnachten, der Silvesterabend samt Neujahr und die Nicht-Zeit dazwischen bilden das Triumvirat des Jahresendes. Ihre Daseinsberechtigung erlangen sie aus sich selbst: ein Jahr mit großem Tamtam ausklingen zu lassen, nur um tags darauf dasselbe von Neuem beginnen zu lassen. Ist das alles? Weiterlesen

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